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Fünf Dreitausender auf Skiern -
Eine Skidurchquerung in den Ötztaler Alpen
Es war die anspruchsvollste Skihochtour seit Jahren, die der AV Forchheim für diesen April im Programm hatte: Unter Führung von Helmut Sentner sollte die Venter Runde begangen werden, eine fünftägige Skidurchquerung in den Ötztaler Alpen.
Die Tour beginnt in Vent und führt zunächst auf die Similaunhütte. Von dort aus geht es am nächsten Tag über Similaun (3606m) und Fineilspitze (3516m) zur Bella Vista-Hütte. Am dritten Tag steht die Weißkugel (3739m) auf dem Programm. Nach der Übernachtung auf dem Hochjoch-Hospitz wird am vierten Tag der Fluchtkogel (3500m) bestiegen. Der letzten Nacht auf der Vernagt-Hütte folgt die Tour auf die Wildspitze (3770m), worauf am selben Tag über Mitterkarhoch und Breslauer Hütte wieder ins Tal abgefahren wird.
Doch bis zuletzt blieb spannend, ob diese viel versprechende Unternehmung stattfinden könnte: Denn für eine Skidurchquerung im Hochgebirge braucht es vor allen Dingen ausreichend Schnee.
Zum einen läuft und fährt es sich auf Skiern natürlich nur gut, wenn die Schneedecke geschlossen ist. Zum anderen ist für die Venter Runde aber auch deshalb viel Schnee nötig, weil weite Teile der Tour über Gletscher führen und die Tourengeher darauf angewiesen sind, dass die Spalten zugeschneit sind, um die Gefahr eines Spaltensturzes zu vermindern. Der schneearme Winter und der sehr warme Ausnahme-Frühling schmälerten die Aussichten auf diese ausreichende Schneemächtigkeit beträchtlich. Doch wenige Tage vor dem Termin stand fest: Die Tour ist machbar. Auch das Wetter sollte stabil bleiben, und so machten wir uns am 24. April 2007 zu sechst auf den Weg ins Ötztal.

Schon bei der Ankunft im frühlingshaften Vent war klar: Von einer Skitour konnte erst einmal keine Rede sein. Die geschlossene Schneedecke begann erst 600 Höhenmeter oberhalb des Orts (ab der Martin-Busch-Hütte), sodass wir die Skier zusammen mit der gesamten Tour- und Gletscherausrüstung zunächst tragen mussten. 20 bis 25 kg werden so wohl pro Mann bzw. Frau zusammen gekommen sein: Eine erste konditionelle Herausforderung. Auch in den folgenden Tagen mussten wir immer wieder längere Abschnitte tragen. Die Hütten lagen z.T. tiefer als die Schneegrenze, und der Abstieg am letzten Tag, in besseren Jahren auf Skiern in 20 Minuten zu meistern, bedeutete nochmals zwei Stunden Schwerstarbeit.
Doch die Höhepunkte der Tour entschädigten für solche Strapazen. Während auf die Wildspitze am letzten Tag ein regelrechter Massenansturm an Bergsteigern zu beobachten war, waren wir an der Weißkugel, am Similaun, an der Finailspitze und am Fluchtkogel fast allein. Anstiege auf sonnendurchfluteten, weiten Hängen, Abfahrten im Firn auf dem Gletscher, Gipfelpanoramas bei herrlichem Wetter und immer wieder auch technisch anspruchsvolle Passagen, die zu meistern waren - all dies sorgte für gute Laune. Manche Stellen waren sogar ziemlich anspruchsvoll bzw. ausgesetzt, so dass wir diese vorsichtshalber mit Seilen versicherten. Generell waren wir den Anforderungen der Tour aber alle sechs problemlos gewachsen. Abends belohnten wir uns mit ausgiebigen Mehrgänge-Menüs und sogar einmal mit einem Saunagang auf der Bella Vista.

Als am Samstag die Autos im Tal wieder erreicht wurden, konnten wir auf eine erfolgreiche Tourenwoche zurückblicken: Außer dem Bruch eines Skis, der sofort provisorisch repariert werden konnte, und einigen wunden Füßen hatte es keine ernsteren Probleme gegeben. In fünf Tagen hatten wir fünf 3000er bestiegen, der höchste davon die Wildspitze mit 3770m. Dazu hatten wir insgesamt ca. 6000 Höhenmeter überwunden (im Aufstieg!). Neben schönen Erinnerungen nahmen wir fast alle als kleines Andenken einen Sonnenbrand mit nach Hause - und den Wunsch, schnell wieder in die Berge zu fahren.
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